Dienstag, 15. Oktober 2013

Die Casa Pedrito – Ein Ferienhaus zum Verlieben

Es mußte diesmal wieder ein Ferienhaus auf der Westseite sein – natürlich. Sonst wäre es ja auch nicht meine ganz persönliche Westside-Story geworden.

Kennt Ihr das? Tage- ja wochenlanges recherchieren im Internet - die Suche nach dem ultimativen Ferienhaus? Hat man dann endlich eins gefunden, kommt die bange Blick auf den Belegungsplan.
 - Ist die Hütte überhaupt noch zu dem gewünschten Zeitpunkt zu bekommen?
 - Gibt es einen günstigen Flug zu dem Termin?
 - Bekomme ich meinen Mietwagen wieder, der mir beim letzten Aufenthalt so gute Dienste geleistet hat?

Fragen über Fragen. Mal wieder, muss ich sagen, hat alles geklappt. Einzig der Abflugsort Stuttgart war ein, wenn auch kleines, Haar in der Urlaubssuppe. Immerhin knapp 300km Anreise von Koblenz. Dafür aber einen Hin- und Rückflug mit der Condor für 199.- Euronen bekommen. Noch Fragen Kienzle?

4. Juni 2013 – 13:10 Uhr Abflug – 16:50 Uhr Ankunft Economy Class – Freigepäck 20 kg
18. Juni 2013 – 10:45 Uhr Rückflug – 16:05 Uhr Ankunft in Stuttgart
So stand es auf der elektr. Buchungsbestätigung. Und so war es auch. Aber auf die Minute!

In SPC (Flughafenkürzel für Santa Cruz de La Palma) angekommen und unten in der Tiefgarage den Mietwagen abgeholt. Juhu, es war exakt der Wagen, den wir ein Jahr zuvor schon mal hatten. Ein Mercedes Class A – schwarz – für sagenhaft günstige 205,94 € und dies für 2 Wochen! Ein absolutes Schnäppchen.

Wir hatten mittlerweile fast 18:00 Uhr und es wurde Zeit, uns auf die „bessere Seite“ zu machen, die Westseite.
In El Paso allerdings noch mal einen kurzen Zwischenstop eingelegt und dort im „IPER Centro“ noch schnell ein paar Frühstücksartikel eingekauft. Butter, Brot, Marmelade, Eier, Obst, Serranoschinken, Kaffee, Aqua con gas (Mineralwasser mit Kohlensäure) halt eben das, was man morgens so verfrühstückt. Anschließend vom Parkplatz aus Peter, den Besitzer des Ferienhauses, angerufen, dass er uns nicht in Todoque an der Kirche abzuholen braucht. Als Vermesser hatte ich im Luftbild  längst ausgemacht, wo die „Hütte“ liegt. Peter konnte dies zunächst nicht verstehen, war aber erleichtert, hatte er doch diese „Abholfahrt“ gespart.

Achja die „Hütte“. Casa Pedrito hieß sie. Und die gibt es nur von einem Anbieter in Deutschland zu mieten. Calima Reisen aus Berlin hat dieses wunderschöne Anwesen in seinem Progamm. Zum Glück vielleicht, denn in der Regel werden die Ferienhäuser auf den Kanaren von mehreren Anbietern beworben und somit sind die Sahnestückchen auf Monate hinaus ausgebucht. Calima Reisen hat aber etliche schöne Objekte im Angebot. Ein Blick in das Internetangebot lohnt immer! Gleich auf der Homepage des Reiseanbieters wird für die Casa Pedrito geworben.

Größere Kartenansicht

Zurück zur Fahrt vom Flughafen zur Casa Pedrito. Knapp 32 km sind es für die man gut und gerne fast 1 Std. einkalkulieren muss.
Schließlich fahren wird vom Meeresniveau (Flughafen) bis auf über 1000m Höhe hinauf. Durch den kürzeren der beiden Tunnel wechseln wir von der Ost- auf die Westseite La Palma`s. Richtig – die bessere Seite!

Endlich angekommen begrüßte uns Besitzer Peter Schön freundlich und zeigte uns kurz die wichtigsten Räumlichkeiten . Für mich ganz wichtig ;-) funktioniert das Wlan? No problem während des gesamten Urlaubs! Peter ist selbst Deutscher, der vor ca. 20 Jahren mit seiner Frau nach La Palma umgesiedelt ist. Was er hier aufgebaut hat ist einfach phantastisch!

Doch nun zum eigentlichen Anlass für diesen post: die Casa Pedrito. Wo soll man da anfangen?

Geografischen Lage:
Klar, wie schon gesagt auf der Westseite der Insel. Und zwar zwischen den beiden Orten Todoque und Las Manchas im Süden der Gemeinde Los Llanos gelegen – direkt nördlich vor dem großen Lavafeld,  das sich vom Vulkan Pico Birigoyo bis hinunter Richtung La Bombilla verläuft. Das Ferienhaus liegt knapp 500m über dem Meeresspiegel. Das gesamte Gelände ist fast 5000 m² groß. Auf ihm befinden sich zwei Wohnhäuser, die Casa Pedrito und das größere Haus des Eigentümers. Stop, denn da gibt es ja noch die Casita Pedrito. Casita ist im spanischen ein kleines Haus. Hier kann z.B. der Nachwuchs untergebracht werden. Die haben dann quasi „sturmfreie Bude“ für sich alleine.


Das Ferienhaus:
Es besteht aus Wohnraum, Schlafzimmer, Küche und Bad. Und selbstverständlich diese riesige Terasse mit herrlichem Meerblick und einem Grill. Und hinter dem Haus (praktisch Richtung Osten) gibt es noch einen kleinen Platz mit Steintisch und Bänken. Wenn es warm ist, läßt sich hier ausgezeichnet frühstücken. Zumal dieser Platz direkt vom Küchenfenster aus angedient werden kann. Die Frau macht das Frühstück und ich nehme die Sachen an und decke den Tisch. Na, ist das Arbeitsteilung?
Noch mal kurz zu den Räumen:

Das Schlafzimmer hat eine ausreichende Größe mit bequemen Betten. Fliegenschutz an den Fenstern und reichlich Staumöglichkeiten.
Die Küche ist voll eingerichtet für ca. 5 Personen. Kühlschrank, Toaster, Kaffeemaschine, Gasherd, Microwelle, ausreichend Geschirr sowie Abtrockenhandtücher alles vorhanden. Einzig der fehlende Backofen könnte für den Einen oder Anderen Anlass zur Kritik sein. Aber wir sind doch nicht 3000 km geflogen, um in der Casa Pedrito zu kochen. Frühstück schön und gut – aber dann hört der Spaß auf. Mann/Frau sollte ja auch die heimische Gastronomie unterstützen, die es z.Zt. durch Buchungsrückgänge ohnehin schon schwer genug hat auf La Palma.
Im Wohnraum ist ein gemütlicher 2-Sitzer aus Korb sowie ein runder Glastisch mit 4 Stühlen. Fernseher, Stereoanlage und Klimagerät gehören ebenso zur Einrichtung. Der Wlanrouter läuft über das Stromnetz. Und auf dem Tisch stand zur Begrüßung eine leckere Flasche Rotwein – Schön!
Im Bad schließlich neben dem Waschbecken, eine Dusche, die Waschmaschine und Handtücher in ausreichender Anzahl.
Alle Zimmer sind hell mit weißer Farbe gestrichen.
Die Casita ist ähnlich eingerichtet. Sie befindet sich quasi unter dem Besitzerhaus ganz in der Nähe des Schwimmingpools. Lediglich eine Küche ist hier nicht vorhanden. Für was auch? Daher Treppe hoch, rechts rum und die Kids sind in der Wohnung der Eltern.

Die Terrasse:
Groß ist sie die Terrasse der Casa Pedrito. Hier befinden sich ein runder Tisch mit 4 Stühlen, 2 Liegen, Sonnenschirm und ein gemauerter Grill. In der Regel haben wir hier gefrühstückt. Warum? Der Blick auf den Atlantik – traumhaft.


Der Garten:
Riesengroß und ich denke, dass dies ein absolutes Hobby von Peter ist. Irgendwo war er immer am Graben, Schneiden, Bäumchen setzen, Gießen oder sonstige Gartenarbeiten am machen. Was er sich und seinen Gästen in 20 Jahren geschaffen hat, ist einfach wunderbar. Bananen, Orangen, Mandarien, Zitronen, Äpfel, Pflaumen, Avocado, Feigen, gefühlte 100 Sorten Blumen, Palmen, jede Menge Kakteen und andere Sukkulente wachsen hier. Einfach genial. Das ganze ist mit einem ausgeklügelten Bewässungssystem ausgestattet. Überall auf dem Boden, ja selbst an die Topfpflanzen, führt ein schwarzes Plastikrohr, durch das die Pflanzen mit Wasser versorgt werden. Lt. Peter kostet dies jährlich einige hundert Euro an Wassergeld. Aber es lohnt sich, wenn man seine Pflanzen sieht. Als wir im Juni dort waren, war gerade die Zeit reife Feigen zu ernten. Meine Frau konnte davon gar nicht genug bekommen. Auch die Zitronenbäume hingen voll mit gelben Früchten.

Parkplatz:
Ein kleiner Parkplatz gehört natürlich auch zum Haus. Hier finden maximal 2 Autos Platz. Er befindet sich direkt vor dem Treppenaufgang zur Casa, oberhalb des Schwimmingpools.

Das Highlight der Casa Pedrito – der Schwimmingpool:
Wir waren schon in einigen Ferienhäusern im Ausland, aber das hier war absolute Spitze. Ein eigener Pool 5 mal 10 m. Beheizt und mit Gegenstromanlage. Wann hat man sowas schon mal im Urlaub? Der ganze Pool ist durch Stegplatten überdacht, die halbkreisförmig den gesamten Pool abdecken. Es sind praktisch einzelne Elemente, die man mit der Hand nach oben schieben kann und so dann einen „Openair-Pool“ hat. Praktisch.
Durch diese Abdeckung wird der Pool im grunde auch beheizt. Solarenergie auf eine ganz einfache Art. Als wir im Juni dort waren, erhitzte sich der Innenraum durch die Sonneneinstrahlung auf weit über 40 Grad. 4-5 Elemente nach oben geschoben und schnell hatte man angenehme Termperaturen. Selbst das Wasser hatte einmal, allerdings nur an der Oberfläche 33 Grad – Wahnsinn. Laut Peter ist das Schwimmen in diesem Pool selbst im Winter mit angenehmen 25 Grad Wassertemperatur möglich – glaubhaft. Und noch ne schöne Einrichtung gibt es in diesem Pool: eine Gegenstromanlage. Diese hat drei Vorteile:
 - Das Wasser wird schön durchgewirbelt falls es im Sommer an der Oberfläche zu heiß wird.
 - Man schwimmt wirklich wie gegen eine Strömung an.
 - Der starke Wasserstrahl hat hervorragende Massagewirkung

Übrigens das Wasser im Pool ist Salzwasser. Nein es wurde nicht aus dem Meer hochgepumpt, sondern es ist mit Salz von der Tenguia-Saline im Süden der Insel angereicht. Peter erzählte mir, dass dort 700 kg Salz drin sind. In einem seperaten Häuschen unweit des Pools wird dieses Wasser aufbereitet und gereinigt. Die Technologie und die Abdeckung dieses Pools ließ Peter sich aus Deutschland kommen und installieren.
Dies war nun in groben Zügen die Beschreibung der Casa Pedrito. Halt! Eins habe ich vergessen. Da sich die Casa auf der Westseite der Insel befindet ;-) und man von der Terrasse oder vom Pool aus genau nach Westen schaut, wird man dort die schönsten Sonnenuntergänge erleben, die man je gesehen hat (vielleicht ein ganz klein wenig übertrieben). In der Tat waren wir immer bestrebt, nach unserem Abendessen zum Sundowner wieder zurück auf der Bude zu sein. Viele herrliche Bilder habe ich dort geschossen.