Mittwoch, 15. Januar 2014

Klein aber fein – Tazacorte (Pueblo de Tazacorte)

Das spanische Wort Pueblo bezeichnet ein Dorf oder eine Siedlung. Und tatsächlich muss man, wenn man über Tazacorte spricht oder schreibt zwischen dem eigentlichen Ort Tazacorte und dem Puerto de Tazacorte (Hafen) unterscheiden.

Ja ich unterscheide sogar in dreifacher Hinsicht. Den Ort, den Jacht- und Fischerhafen und dem Ortsteil Puerto Tazacorte, jener ehemaligen Fischersiedlung mit dem langen Sandstrand.
In meinem heutigen Post möchte ich Pueblo de Tazacorte ein wenig näher bringen. Sie ist die jüngste und flächenmäßig auch kleinste Gemeinde der Insel La Palma mit knapp 6.000 Einwohnern. Tazacorte selbst hat gerade mal 2.800 Einwohner.
Im Fokus der Gemeinde stehen heute die Erhaltung des Fischerei- und Geschäftshafens, der Bananenanbau und sanfter Tourismus.

Tazacorte liegt ca. 100 – 150 m über Meeresniveau. Von der Ortsmitte aus sind es Luftlinie ca. 500 m zum Meer, sodass man von vielen Punkten aus einen phantastischen Blick auf den Atlantik genießen kann.

Der Erzengel Michael ist nicht nur Schutzheiliger der Stadt und des Hafens von Tazacorte, nein er ist ja auch Schutzheiliger der Isla Bonita, die eigentlich San Miguel de La Palma heißt und daher auch das Wappen von La Palma ziert. Auch die Kirche von Tazacorte trägt seinen Namen – San Miguel und der zentrale Ort der Stadt nennt sich „Plaza San Miguel“. Auf dem Kreisverkehr in Ortsmitte, da wo die Straßen von Puerto Naos und Los Llanos aufeinander treffen, steht ein Brunnen. Und wer ziert diesen Brunnen? Richtig, in Bronze gegossen kämpft Erzengel Michael mit Schwert gegen Luzifer - eins der meistfotografierten Motive von Tazacorte.

Und gerade dieser Platz ist der Mittelpunkt des Ortes.
Rathaus, Post und zwei große Supermärkte sich dort – Spar und Super Dino. Auch ein kleiner Kiosko befindet sich auf der Plaza. Einige Tische und Stühle laden zum Verweilen ein. Uns hat der mit unzähligen Kachel bestückter Laubengang von dem Super Dino beeindruckt. Von dort aus führt die Calle Caballos Fufos hinunter Richtung Puerto und trifft auf die Calle Nueva.



Und diese eben beschriebene "Calle Caballos Fuso" hat nicht ohne Grund diesen Namen. Alljährlich findet Ende September in Tazacorte die Fiestas San Miguel statt. Klar!!! Höhepunkt dieses Festes ist die Caballos Fufos – ein Umzug bei dem Erwachsene und Kinder Pferd spielen. „Caballo“ heißt ja Pferd. Und „Fufo“, naja dieses Wort gibt es eigentlich gar nicht. Es ist einfach ein Riesenspass.
Hier ein Link auf Google-Bilder um mal einen kleinen Eindruck von diesem Fest zu bekommen.

Doch zurück zum Stadtrundgang. Wir waren die „Pferdestraße“ hinunter gegangen und treffen auf die „Neue Straße“ - Calle Nueva. Zum Meer hin, also links der Straße, befindet sich einer Promenade gleich, ein herrlich breiter Weg mit fantastischem Blick auf die Bananenfelder und den Atlantik. Auf der anderen Straßenseite bunte Häuser mit Lokalen und kleineren Geschäften.

Am Ende dieser „Promenade“, auf der auch schon mal das eine oder andere lokale Fest stattfindet, geht es über einen Zebrastreifen zur Kirche San Miguel. Zwei Treppen führen hinauf zum Kirchplatz. Hier wurde übrigens die erste Wallfahrtskapelle von La Palma errichtet. Links neben der Kirche wieder ein Laubengang mit Sitzgelegenheiten, alles verkachelt und mit bunten Bougainvillea. Toll!




Vom Kirchplatz aus biegen wir rechts ab in die Calle Dr. Morales. Nach gut 100m kommen wir an einen kleinen mit Palmen bestandenen Platz und einem herrlichen Brunnen. Blau gekachelt stellt er wohl Neptun mit dem Dreizack und zwei Fische dar. Überall in der Altstadt kleine schmale Gäßchen die den Berg hoch führen und viele Häuser mit Türklopfern, die man bei uns heutzutage gar nicht mehr sieht. Dies sind so „Kleinigkeiten“die mich veranlassen, die Kamera
zu zücken.

 

Sicherlich gibt es in Tazacorte noch viel mehr zu sehen, das Bananenmuseum z.B. im alten Stadtteil El Charco und direkt daneben das neue Mojo-Museum. Aber man sollte sich für einen weiteren Besuch ja immer etwas zurück behalten. ;-)

Und zum Puerto müssen wir ja auch noch. Doch dazu später mehr.